Das Schwert ist etwas, womit man schneidet. Der Speer ist etwas, womit man sticht.
Shissai Chozanshi
Tengu Geijutsuron
5. European Koryū­-Bujutsu Convention

Am Sonntag, den 20. August 2017, findet im Alster Dojo e.V. das fünfte europäische Koryū-Bujutsu-Treffen statt. 

Die EKC (European Koryū­-bujutsu Convention) ist eine Plattform für alle, die die authentischen alten japanischen Kampfkünste der Samurai mit Zustimmung und im Auftrag der Oberhäupter ihrer japanischen Schulen in Europa ausüben. Alte Kampfkünste bedeutet in diesem Zusammenhang Stile, die vor der Meiji-Restauration 1868 entstanden sind. Es gehören diesem Kreis aber durchaus auch Schulen an, deren Ursprung im 15. oder 16. Jahrhundert liegt. 

Heute geht es stilübergreifend nicht mehr vordergründig um den Kampf als solchen, sonder darum, voneinander zu lernen und sich gegenseitig bei der eigenen Persönlichkeitsverbesserung zu helfen. Das ist hier nicht anders als in Japan.

Seit 6 Jahren gibt es deshalb die EKC, um im Kreise seriös Übender auch mal über den Tellerrand der eigenen Schule schauen zu können, Freundschaften zu schließen und zu pflegen.

Im öffentlichen Teil der Veranstaltung gibt es am 20. August von 13:30 bis ca. 17:00 Uhr Vorführungen von etwa 15 alten Kampfkunst-Schulen.

U.a. Bogenschießen, Schwertziehen, Schwertfechten, Speerkampf, der Umgang mit der Schwertlanze und waffenlose Disziplinen werden dann im Alster Dojo zu sehen und bestaunen sein.

Der Alster Dojo e.V. ist übrigens DER Hamburger Verein, der sich seit Jahrzehnten der Pflege der traditionellen japanischen Waffenkünste verschrieben hat. Dort kann man Kendo (Schwertfechten), Iaido (Schwertziehen), Kyudo (Bogenschießen) und Sojutsu (Speerfechten) üben.

 

Ort: Alster Dojo e.V.
Veilchenweg 34

22529 Hamburg

www.alster-dojo.de

Zeit: Sonntag, 20. August 2017

ab 13:30 Uhr

Der Eintritt ist frei, Spenden sind nicht unerwünscht.

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Wo kann man Hôzôinryû Takadaha Sôjutsu üben?

Am besten natürlich in Japan. Dort wird in drei Dôjôs in Nara, Higashiôsaka und Nagoya regelmäßig trainiert. Die entsprechenden Adressen, Trainingszeiten und Kontaktdaten finden sich auf der Japanischen Seite der Hôzôinryu.

adevAußerhalb Japans wird Hôzôinryû Takadaha Sôjutsu derzeit nur in Hamburg regelmäßig trainiert und zwar im:

Alster Dojo e.V.
Veilchenweg 34
22529 Hamburg
Tel. & Fax: 040 - 560 085 95
www.alster-dojo.de

Trainingszeiten:
montags 17:00 - 19:00
donnerstags 17:00 - 18:00

Interessenten sind während der regulären Übungszeiten jederzeit herzlich willkommen. Nett wäre es allerdings, wenn sie sich vorher anmelden würden. Entweder telefonisch im Dôjô zu den Sôjutsu-Trainingszeiten oder hier .

Außerdem gibt es einmal im Monat auch ein langes Speer-Wochenende, an dem es genug Zeit gibt, neben dem Üben der Formen aller drei Levels auch die Grundtechniken in aller Ruhe zu verbessern.

Die Wochenend-Termine für 2017 sind:

25./26. Februar
25./26. März
08./09. April
06./07. Mai
10./11. Juni
15./16. Juli
19./20. August - 5. European Kobudo Convention. Deshalb gibt es im August kein Speer-Wochenende
September - Im Spetember findet der jährliche Lehrgang mit Maeda Sensei statt. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
21./22. Oktober
18./19. November
16./17. Dezember

Jeweils 14:00 - 18:00 (Sa) und 13:00 - 17:00 Uhr (So) (bei Bedarf auch länger)

 
Der Sichelspeer der Hôzôinryû (12)

Von Kagita Chûbê, 20. Sôke der Hôzôinryû

Historische Spuren der Hôzôinryû

Wie ich in der letzten Folge bereits geschrieben habe, existierte der Hôzôin am Ende der Edo-Zeit noch, und es wurde dort Sôjutsu unterrichtet. Doch im Laufe der anti-buddhistischen Bewegung zu Beginn der Meiji-Zeit wurden seine Gebäude abgerissen und sein Grundbesitz enteignet. Dabei ging sein Dôjô ebenso verloren wie das Archiv seiner Schriften, was überaus bedauerlich ist. Daher gibt es heute nur wenige historische Denkmäler, die mit der Hôzôinryû in Beziehung stehen, und diese möchte ich im Folgenden vorstellen.

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Was ist Sôjutsu?

Wenn man in Japan sagt, man übe Sôjutsu, kommt als Reaktion in der Regel die Frage "Sô… was?". Wenn man daraufhin sagt "Yari (Speer)", antwortet der Gesprächspartner meistens mit "ach, Speer", unterstützt von einer werfenden Geste.

Kein Wunder. Auch in Japan weiß kaum jemand, was Sôjutsu ist oder dass es Sôjutsu heute immer noch gibt. Und die Vorstellungen davon, wenn es denn überhaupt welche gibt, sind durch Film und besonders durch Fernsehserien, in denen ein komplett realitätsfreies Bild vom Umgang mit Speeren gezeichnet wird, meistens gründlich verdorben. Im besten Fall bleiben die Bilder aus Filmen Kurosawa Akiras im Gedächtnis, die Pulks von konzertiert mit dem Speer arbeitenden Pikenieren zeigen.

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Bestandteile eines Speers

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1: Saya - Die Scheide, mit der die Speerklinge bei Nichtgebrauch geschützt wird. Es hat, speziell in der Edo-Zeit, eine unglaublich große Vielfalt an Designs für Yarizaya gegeben, die über das funktional Notwendige weit hinausgingen. Unter anderem, weil der Speer nicht nur Waffe, sondern auch Statusabzeichen war.

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Die Speere
Keikoyari
Keikoyari

Keikoyari (Trainingsspeere) sind auch in Japan nicht einfach so im Handel zu bekommen. Ein einziges Mal sah der Autor dieser Seiten einen Kamayari in einem Budô-Geschäft in Tôkyô, und ein einziger Holzwaffenvertrieb in Japan bietet solche Speere über seinen japanischen Internet-Shop an. Teuer. Und Versand natürlich nur innerhalb Japans.

Also bleibt nur der Weg, einen Schreiner mit der Herstellung zu beauftragen oder sich seine Übungsspeere selber zu bauen. Keine Angst, das ist nicht nur gar nicht so schwierig, sondern macht sogar eine Menge Spaß.

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Die Geschichte des Hôzôinryû Takadaha Sôjutsu

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Hôzôin Kakuzenbô Inei
Die Geschichte der Schule ist wie in den meisten Koryû (alte Schulen) gut belegt, was die Linie ihrer Oberhäupter angeht, die vom gegenwärtigen Sôke Kagita Chûbê direkt auf den Gründer der Schule Kakuzenbô Inei (vollständig: Hôzôin Kakuzenbô Hôin Inei) zurückgeht.

Über Leben und Wirken des Gründers hingegen ist relativ wenig Konkretes bekannt, und das wenige, das in Erfahrung zu bringen ist, ist häufig widersprüchlich und bewegt sich, wie viele Berichte aus der Zeit, gerne im Bereich der Legende.

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