| Die Speere |
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| Geschrieben von Jürgen Seebeck | |
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SpeerbauDer Bau eines Speeres fängt mit der Beschaffung geeigneten Materials an. Um sich das Leben nicht unnötig schwer zu machen, besorgt man sich im Schreinereibedarf am besten Rundstäbe entsprechender Länge und Durchmessers. Natürlich kann man auch aus Kanthölzern oder Rohzuschnitten arbeiten, aber das bedeutet einen entsprechend höheren Arbeitsaufwand. Also wird sich diese Beschreibung auf das Arbeiten mit Rundstäben beschränken. Welche Holzarten sind nun geeignet? Langfaserige mit hoher Dichte. In Japan werden wie bei den meisten anderen Holzwaffen auch Weiß- und Roteiche eingesetzt, die hierzulande allerdings praktisch nicht zu bekommen sind. (Mit Einschränkungen) erhältlich und für den Zweck sehr geeignet sind:
Andere Hölzer könnten auch geeignet sein, entziehen sich aber dem Erfahrungsschatz des Autors. Mit Ausnahme von Mahagony, von dem ihm jeder Holzfachmann abgeraten hat. Der Suyari aus Mahagony, der sich im Besitz des Autors befindet, hat sich dennoch als sehr brauchbar erwiesen. Allerdings würde der Autor dieses Holz nicht für den Bau eines Kamayari, bei dem ganz andere Belastungen auftreten, verwenden. Wenn das Holz besorgt ist, kann es an die Arbeit gehen. Doch wie macht man aus einem zylindrischen Rundstab einen sich zur Spitze hin verjüngenden konischen? Drechseln wäre eine Möglichkeit, doch es geht auch viel einfacher: Hobeln! Dazu bedient man sich am besten eines japanischen Hobels, denn japanische Hobel werden nicht gestoßen, sondern gezogen, was in Verbindung mit den sehr scharfen Klingen einen sehr viel kontrollierteren Materialabtrag ermöglicht. Man kann den Rohling sehr gut auf dem Fußboden oder einem Tisch, der lang genug ist, zu zweit bearbeiten, wobei einer den Rundstab festhält und der andere sich in immer länger werdenden Hobelzügen von der Speerspitze zum Speerende hin vorarbeitet. Nach jeweils ein paar Zügen dreht der Halter den Rundstab immer in dieselbe Richtung ein kleines Stück, um zu gewährleisten, dass der Speer am Ende auch rund ist. Praktischerweise können sich beide Handwerker im Verlauf der Arbeit abwechseln.
Natürlich kann man auch alleine arbeiten. Nach eben beschriebener Methode bedeutet dies aber, dass eine Hand die ganze Zeit damit beschäftigt ist, den Speer zu fixieren und zu drehen, wodurch für die Bedienung des Hobels ebenfalls nur eine Hand zur Verfügung steht. Geht, ist aber bedeutend anstrengender und ungenauer als die Bearbeitung zu zweit. |

